Von Fried Dähn am 12. November 2008 um 22:57

Herzliche Einladung zu:

Symptod oder wie der Tod das Tanzen lehrte: Lyrik, Tanz, Commedia dell'Arte, Livemusik und Visuals
Sonntag 16. november 2008 Theaterhaus Ttuttgart (Spieldauer ca. 70 min)

texte: udo eberl; musik: friedrich glorian, fried dähn, udo eberl, jens doering; choreographie: sheela raj; tanz: pauline reibell, abhilash ningappa; visuals haegar; regie und schauspiel: claudio de maglio.

aller anfang war der tod. paradox? nicht wenn es um 'symptod' geht. monate der recherche, in denen sich die mitglieder der being.company durch mittelalterliche totentanz-texte wälzten, rilke, strindberg oder goethe lasen, sich auf bretonischen calvaires herumtrieben oder einfach nur dem rauschen des meeres zuhörten, um die stimmung des danachs und des weges dorthin einzufangen, waren der beginn dieses aktuellen totentanzes.

eine minute wird zur ewigkeit, der stillstand zum rausch. der tod wirbelt herum, dreht seine pirouetten, verzaubert und erschreckt mit kühlem hauch, verwirrt mit schrägem humor und kaltem zynismus. und da ist der schwebezustand zwischen dem irgendwo und nigendwo, die auszeit vom leben als reißendem bilderfluss, der vergangenes und die zukunft zusammenführt. bleibt allein die frage, ob der wiederkehrende puls das glück bringen wird.

"...tatsächlich hat das multimedia-team mächtig gezaubert: sanfte fernöstlich und auch mal orientalisch angehauchte klangwolken samt glockengeläut, kerzenschein und menetekel-schriftzeichen an der diawand verbreiteten friedhofsromantik, dann als kontrapunkt ein fürchterlich tosendes klanggewitter mit schrillen schrägen elektronisch erzeugten tonfolgen und dissonanzen, udo eberls immer wieder litaneiartig vorgetragene wollüstige und wüste beschimpfungen des gevatters tod, dazu pauline reibells ziemlich verführerischer und gleichzeitig sehr anrührender tänzerischer flirt mit dem treppengeländer. diese totentanz-performance war alles in einem: halloween-partystimmung machte sich breit, salzburger jedermann-wehklagen war öfters zu hören, die legendären jazz-und lyrikseancen der späten fünfziger jahre kamen zurück, hamlets geist schwebte kurz vorbei, klaus kinski war nicht weit, und immer wieder dieser böse und hässliche sensenmann, der uns allen ans leder will..."

südwest presse ulm

udo eberl

autor, musiker und journalist schrieb die musik für das theaterstück 'flügel der einsamkeit', produzierte pop mit hellmut hattler und freejazzte mit bill elgart und ist mit mitglied des rree-pop-ensembles wufftata. In seinen texten und büchern bewegt er sich in die untiefen der menschlichen seele und rettet sich mit augenzwinkerndem humor aus diesem emotionalen strudel heraus. er lebt und singt in symptod die eigene, von mittelalterlichen totentänzen und dem fliehenden zeitgeist inspirierte lyrik, trötet und zupft die effektgitarre.

friedrich glorian in den 70er jahren bei der krautrocklegende 'prof. wolfff'an der gitarre, studierte an joe haiders jazz school, in indien traditionelle musik und percussion. er ist als global player mit weltmusik-, musik/tanz- und neue musik-projekten in europa unterwegs. cd-veröffentlichungen (u.a. sampler 'the great stupa', bei dem auch sting, leonard cohen und joni mitchell mitwirken). er traktiert für symptod das it-strument, schlägt experimentelle töne auf der chinesischen guzheng und auf welt-percussion an, gespickt mit live-electronics.

pauline reibell tourt derzeit durch europa mit der companie angika aus london und tanzt 'tango exhibitions' in england und argentinien. ihre ballett-grundlagen stockte sie mit dem studium des modern dance, klassischem indischen tanz (bharata natyam/kathak) und argentinischen tangos auf. ihre stärken sind die tänzerische vielfalt und ihr mut, ganz neue ausdrucksformen finden zu wollen.

fried dähn elektro-cello, multimedia, ist einer der wenigen künstler, denen es gelingt, tradition und moderne in sich zu vereinen: ständiges suchen nach neuen ausdrucksformen, gepaart mit immenser virtuosität und spontanem erfindungsreichtum zeichnen ihn als einen der vielseitigsten und innovativsten cellisten der gegenwart aus. nach einem klassischen violoncello-studium folgten tourneen in die vr china, nach russland, die usa, brasilien. er arbeitete im renommierten ensemble modern mit künstlern wie k.-h. stockhausen, ornette coleman und frank zappa.er ist mitglied des ensemble klangstein, aber auch solocellist der württembergischen philharmonie.

sheela raj tanzte als erste inderin (mit background in odissi/kathak und modern dance) in den 60er und 70er jahren in london (london contemporary dance theater), paris und new york (twyla tharp and dancers) in der champions league des modern dance und sorgte in frankreich mitte der 70er mit ihren solo-performances für furore. zusammenarbeit mit musikern und künstlern, wie z.b. zakir hussain, steve lacy, anthony braxton, bob wilson, peter brook. heute betreut sie professionelle tanzprojekte in den usa, england und deutschland. sheela choreographiert für symptod.

haegar visuals, arbeitet als freischaffender medienkünstler im bereich der video-live-performance. neben eigenständigen performance- und kunstprojekten kreiert er visuals für zahlreiche musikgruppen aus dem pop- und klassikbereich. haegar schuf u.a. eine video-footage für eine konzertreihe der gruppe a-ha, für die deutschland-tour der gruppe Juli, für die De Pazz-tour sowie für die Sportfreunde Stiller. für symptod setzt haegar getanzte und musikalische stimmungen über video- und kameraexperimente direkt in bewegte bilder um.

claudio de maglio tänzer, schauspieler und regisseur, übernahm nach jahren intensiver aktivitäten auf den theater- und tanzbühnen europas 1992 die leitung der in theaterkreisen anerkannten 'academia d'arte drammatica nico pepe' in udine/it. als gesuchter spezialist für 'commedia dell'arte' unterrichtet er europaweit, u.a. an der 'hochschule für musik und theater des saarlandes'. zeichnet verantwortlich für die regie bei amelia cuni's produktion 'asthayama' (co-produktion zkm karlsruhe/podewil berlin). für die produktion symptod steckt er den dramaturgischen rahmen, und er agiert als Darsteller.






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