Von Wolfram Isele am 05. November 2012 um 15:09


Künstlerischer Nachlass

Tagung der Fachgruppe Bildende Kunst in Ver.di Baden-Württemberg


"Was glänzt, ist für den Augenblick geboren; // Das Echte bleibt der
Nachwelt unverloren."
Johann Wolfgang von Goethe, Faust I, Vers 73 f.


„...Was soll bleiben und was ist den Nachgeborenen zuzumuten. Es geht
um diese Art der Zumutbarkeitsfrage. Das ist keine leichte Aufgabe.
Wir wollen hier keine unüberschaubare Endmoräne der künstlerischen
Produktion anhäufen...."
Bogomir Ecker, Vorstand der Stiftung Kunstfonds, anlässlich der
Eröffnung des Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds,
19. April 2010


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

hoffen wir mit Goethe auf einen respektvollen und erkenntnisreichen
Umgang mit unserer künstlerischen Arbeit und womöglich deren späte
Anerkennung?
Was wäre unter einem respektvollen Umgang zu verstehen?
Können/sollten wir zu Lebzeiten darauf Einfluss nehmen?

oder

ist das ein Problem unserer Nachwelt? Eine Zumutbarkeitsfrage, wie es
Bogomir Ecker formulierte, an mehr oder weniger interessierte Erben?
Eine mehr oder weniger sensibilisierte Öffentlichkeit?
Sind Künstlernachlässe, eine Aufgabe für die öffentliche Hand? Wenn
ja, in welcher Form?
Wie oft landete die Arbeit von Kolleginnen und Kollegen im Container?

Fragen, zu denen jeder von uns weitere hinzufügen könnte und die nicht
nur ältere Kolleginnen und Kollegen beschäftigen.

Deshalb haben wir dieses Thema für unsere diesjährige
Tagesveranstaltung ausgewählt.

Wolfram Isele
(Landesvorsitzender der Fachgruppe Bildende Kunst in ver.di BaWü)

Programm

9.30 Anfahrt und Kaffee

10.00 Begrüßung und Tagesüberblick
kurze Vorstellungsrunde der Teilnehmenden

10.45 Warum Kunst bewahren?
Dr. Ulrich Weitz, Geschäftsführer Agentur für Kunstvermittlung GmbH
Kunst- und Rezeptionsgeschichte sind nicht statisch.
Erkenntnisinteressen
wandeln sich. Unter veränderten ökonomischen und gesellschaftlichen
Bedingungen werden KünstlerInnen bedeutsam, die früher negiert wurden
Beispiele: Eduard Fuchs, Gabriele Münter, Karl Hurm.
Nachfragen

11.45 Künstlernachlass: Beispiele
Dr. Eva-Marina Froitzheim, Leiterin Städtische Galerie Böblingen und
Organisatorin des Symposions „Pro und Contra Künstlernachlässe“ am 23.
Juni 2012
Welche Modelle zur Bewahrung von Künstlernachlässen existieren in der
BRD? Welche rechtlichen Formen haben sie sich gegeben und welche
Arbeitsweisen verbinden sich damit. Welche Aufgabe hätte das Land?
Nachfragen und Diskussion

13.15 Mittagessen

14.00 Meine Spuren sichern
Angelika Penertbauer, Mitglied des Landesvorstandes, berichtet aus
eigener Erfahrung.

14.15 Nachlass konkret
Dr. Uwe Degreif, geb. 1953 in Wiesloch. Lehre als Raumausstatter.
Lehre als Bauzeichner. Studium der Kunstgeschichte und Empirischen
Kulturwissenschaft in Tübingen. 1995 Promotion. Freischaffende
Tätigkeit für das Deutsche Gartenbaumuseum Erfurt. Seit 1997
wissenschaftlicher Mitarbeiter im Museum Biberach.
Gewerkschaftsmitglied seit 1974. Seit vielen Jahren mit
Künstlernachlässen befasst, plädiert für eine strenge Auswahl.
Alles Aufbewahren?
Wie kann ein Nachlass strukturiert werden? Wie sollte ein Testament
vorbereitet, formuliert werden? Welche Möglichkeiten bietet ein
Vorlass? Was ist ein Nachlassstempel und wozu darf ihn wer nutzen?
Kann ich verhindern, dass mein Nachlass zu einer Belastung für meine
Nachfahren wird? Was ist, wenn ich keine Erben habe?
Dr. Uwe Degreif, Museum Biberach
Diskussion und evtl. Beratung

Teilnahme:

Die Teilnahme für Mitglieder der Fachgruppe Bildende Kunst in ver.di ist
kostenfrei, Nichtmitglieder zahlen eine Pauschale von 20 Euro.


Anmeldung:

ver.di Baden-Württemberg
Fachbereich 8 Medien Kunst und Industrie
Dagmar Mann
Postfach 101045
70009 Stuttgart



Anmeldung (Bitte spätestens bis zum 26. November 2012 anmelden.)

Name

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PLZ Ort

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Ich melde mich hiermit verbindlich an zu der Tagung: Künstlerischer
Nachlass: In den Container oder in eine Ausstellung?

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