Von Karin Hinterleitner am 03. Juli 2006 um 09:40

Einladung zum Gespräch von Adrienne Göhler mit Judith Siegmund über
ihr Buch Verflüssigungen und über die Rolle der Künstler in der
Kulturgesellschaft

Montag, 3. Juli 2006, 20 Uhr im Projektraum des Künstlerbundes,
Rosenthaler Str. 11


Bereits der Titel des Buches Verflüssigungen sagt es: Eine starr
gewordene Gesellschaft soll abgelöst werden durch etwas Neues,
Flexibleres, durch eine Kulturgesellschaft.

Adrienne Göhler geht davon aus, daß Künste und Wissenschaften in der
zukünftigen Kulturgesellschaft eine wesentliche gestaltende Rolle
spielen werden. In unserem Gespräch mit der Autorin wird uns
beschäftigen, wie die Kulturgesellschaft ihrer Meinung nach aussehen
wird und welche Rolle Künstlerinnen und Künstler genau in der
Kulturgesellschaft spielen könnten.

Ist es möglich, sich politische und gesellschaftliches Partizipation
von Künstlern vorzustellen und wenn ja, wie steht diese im Verhältnis
zu den traditionellen Künstlerbildern? Was steht auf dem Spiel, was
wird – von Künstlerseite aus – gewonnen und was verloren, wenn
Künstler sich offensichtlich an politischer und gesellschaftlicher
Gestaltung beteiligen? Und sind alle Künstler in der
Kulturgesellschaft gleichermaßen gebraucht oder nur einige bestimmte?



Zu dem Buch Verflüssigungen:

Wir leben in einer Zeit des umfassenden gesellschaftlichen Übergangs,
in einer Zeit des „nicht mehr und noch nicht". Doch die Politik hat
kein tragfähiges Konzept, um diesen Wandel zu gestalten, sie hält
unverändert an Großlösungen fest. Adrienne Goehler fordert die
Verflüssigung der Grenzen zwischen Politik und Kultur, sie beschreibt
die gesellschaftliche und ökonomische Relevanz der Künste und der
Wissenschaften für diesen Wandel, zeigt das Potenzial einer »Kreativen
Klasse« und entwirft die Grundzüge einer Kulturgesellschaft.

In ihrem Buch zeigt Adrienne Goehler, dass in Kunst und Wissenschaft
die ExpertInnen des Wandels und die SpezialistInnen für Übergänge,
Suchbewegungen und Ambivalenzen arbeiten. Anhand vielfältiger
Beispiele beschreibt die Autorin das große Potenzial der »Kreativen
Klasse«, einer Gruppe, die mittlerweile ein Viertel der arbeitenden
Bevölkerung umfasst und die eine viel wichtigere Rolle einnehmen
müsste bei der Suche nach Konzepten für eine veränderte und sich
verändernde Gesellschaft, ihre Ökonomien und Arbeitswelten.

Die Autorin

Adrienne Goehler wurde nach ihrem Studium der Germanistik, Romanistik
und Psychologie Ende der achtziger Jahre bundesweit bekannt als
Abgeordnete der Frauenfraktion in der Hamburger Bürgerschaft. Danach
war sie zwölf Jahre Präsidentin der Hamburger Hochschule für Bildende
Künste und von 2001 bis 2002 Senatorin für Wissenschaft, Forschung und
Kultur in Berlin. Derzeit ist sie Kuratorin des Hauptstadtkulturfonds
Berlin.


Adrienne Goehler
Verflüssigungen
Wege und Umwege vom Sozialstaat zur Kulturgesellschaft
Unter Mitarbeit von Mareike Dittmer und Sophie Krempl
2006, geb., 250 Seiten.
EUR 24,90/EUA 25,60/sFr 43,70 ISBN 3-593-37812-4







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