Von Dina Boswank am 18. Juli 2013 um 15:37

Ein Anliegen eins Freundes... Stichwort: Technoviking,YouTubeMeme, Gerichtsprozess, Persönlichkeitsrecht, Kunst, Geld

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Liebe Kollegen,

ich brauche in einer äusserst schwierigen Angelegenheit Eure Hilfe und Unterstützung! Trotz Sommerloch.
http://www.indiegogo.com/projects/the-story-of-technoviking/

Meinen Film Kneecam No.1 habe ich 2000 gedreht und er wurde 2007 ohne meine Absicht während meines Medienkunststudiums als virales Phänomen zu einem der ersten grossen Youtube-Hits unter dem neuen durch User geschaffenen Namen "Technoviking". Vor kurzem hat mich das wegen ungeklärter Persönlichkeitsrechte des 13 Jahre alten Videos vors Berliner Landgericht gebracht und jetzt habe ich einen riesigen Berg an Kosten zu bewältigen, was ich allein nicht schaffe, denn schon die Gebühren von 7000 Euro für Anwälte und Gerichtsprozess liegen in der Höhe meines Jahreseinkommens.

Ein recht gut reflektierter Artikel zum Fall ist hier zu lesen:
http://www.globe-m.de/de/boulevard/von-wikingern-und-freundinnen

Was besonders im Hinblick auf die Kunst erschreckt: die Richter entschieden „Mangels besonderer kunstgerechter Bildbearbeitung", dass ich mein originales Video und somit auch die meisten der jahrelang im Technoviking-Archiv zusammengetragenen Versionen von Nutzern, nicht mehr unbearbeitet zeigen darf. Sie begründen die Entscheidung ebenfalls damit weil ich 2008&2009 mit dem Video Geld, hauptsächlich über Youtube-Werbung, verdient habe! Wie kann fast 100 Jahre nach Duchamp und 50 Jahre nach Warhol die Auffassung bestehen, (es folgt ein Zitat von Prof. Dr. Thomas DREIER vom Institut für Informations- und Wirtschaftsrecht in Karlsruhe, der sich mit dem Urteil auseinander gesetzt hat) dass "(1) eine Abbildung ohne Verfremdung der Form des Dargestellten keine Kunst sein könne, und (2) dass die kommerzielle Tätigkeit die Kunst ausschließe"? Ist dokumentarisch erzeugtes Material weniger Kunst? Sollen Künstler arm sein?

Für die Präsenz populären Materials im Netz ändert ein Urteil sowieso nichts, ausser das Gegenteil, weil Verbotenes durch den Versuch einer Zensur noch bekannter wird. Doch im unkommerziellen, reflektierten, künstlerischen oder wissenschaftlichen Umgang mit diesem kulturellen Phänomen darf nicht mehr öffentlich auf das Original und den Grossteil der Derivate verwiesen werden, ohne dafür rechtliche Konsequenzen befürchten zu müssen.

Ich kann es mir nicht leisten dafür in Berufung durch die Instanzen zu geben. Ich bin jetzt schon weit im Minus und darf da nicht noch tiefer rutschen. Ich habe mein Kunstvideo nicht in böser Absicht gezeigt und wollte aus dem Protagonisten auch keine Internet-Mem machen, wusste damals noch nicht mal, dass es so etwas gibt. Das haben Millionen User und durch die neue Technologie und Kultur im Netz geschaffen. Ich wollte von Anfang an Gewinne teilen, die Sache im gegenseitigen Einvernehmen lösen, aber bekam nie die Gelegenheit zu einem Gespräch. Jetzt ist nichts mehr da, nur noch Kosten. Selbst das Gericht kam nach der Verhandlung zu dem Schluss: "Dem Kläger geht es also darum, aus der Mediatisierung seiner Person im wahrsten Sinne des Wortes Kapital zu schlagen, nicht aber Genugtuung für eine (-mit einer Persönlichkeitsrechtsverletzung einhergehende nachvollziehbare-) Kränkung zu erlangen." (Zitat Urteilsbegründung)

Ich will meine guten und schlechten Erfahrungen dieser 13 Jahre andauernden Geschichte innerhalb des mir möglichen Rahmens in eine filmische Form bringen, so dass jeder etwas daraus lernen kann. Das schaffe ich in meiner Situation nicht ohne Hilfe und deshalb bitte ich Euch, mich zu unterstützen!

Bitte spendiert mir einen Automatenkaffee und gebt mir 2min, denn länger dauert es nicht, auf der Crowdfunding-Seite meines Filmprojektes 50 Cent oder einen Euro mittels Paypal oder Kreditkarte zu spenden. Und bitte schreibt auch einen Kommentar, den durch die Anzahl der Unterstützer und Kommentare kann mein Projekt auf die Startseite der Platform rutschen und dort von mehr Unterstützern gesehen werden!
http://www.indiegogo.com/projects/the-story-of-technoviking/

Vielen Dank und herzliche Grüsse,
Matthias








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