Von Thealit am 02. Februar 2013 um 15:31

thealit - Call for Proposals 2013

Einsendeschluss 31.03.2013

>Schutzraum<
<<Politik>>>Ästhetik<<<Medien>>


Der Begriff >Schutzraum< lässt an einen Ort denken, der Sicherheit vor
Katastrophen bietet. Vielfältige Gewalteinflüsse und Machtformen machen sehr
verschiedene individuell oder kollektiv eingenommene Schutzräume nötig. Auch
Kulturen, Lebensweisen und Organisationsformen, Ansichten und Überzeugungen,
Denkweisen und Artikulationsformen können Schutz benötigen. Umgekehrt sind
sie in der Funktion von Schutzräumen erfahrbar. Geschützte Räume müssen
nicht notwendigerweise physische Orte sein und ihre Schutzformen reichen von
der momentanen Sicherung des bloßen Überlebens bis hin zur dauerhaften
Einrichtung von Freiräumen. Schutzräume wirken als exklusive Räume, als
Rückzugsorte und Gewebe von mehr oder weniger vertrauensvollen Beziehungen.

In Zeiten, in denen die Forderungen nach Verwertbarkeit, (digitaler)
Vernetzung und (medialer) Präsenz nahezu allgegenwärtig sind, erhalten
Schutzräume neue Bedeutungen. Das World Wide Web wird als Schutzraum in
Anspruch genommen, gleichzeitig perfektioniert es Überwachung, Kontrolle und
Steuerung. Kollektiv eingenommene, selbstbestimmte Orte, wie sie z.B. aus
den sozialen Bewegungen der 1970er und `80er Jahre hervorgegangen waren,
werden wiederentdeckt. Doch stehen diese Errungenschaften Kritiken
gegenüber, die sich vor allem auf ihre Ausschlussmechanismen beziehen und
dafür Forderungen nach mehr „Vielfalt“ und „Transparenz“ ins Feld führen.
Freiraum und Ausschluss liegen dicht beieinander oder bedingen sich sogar
gegenseitig. Rückzug kann Folge von Bedrohung, Angst, Erschöpfung und
Lustlosigkeit sein - oder Ausdruck von Langeweile, Verweigerung und
Konzentration. Und wer in einem Schutzraum einfach nur schläft, ist
vielleicht Teil einer Rebellion?

Das thealit lab 2013 will unterschiedliche >Schutzräume< erkunden, befragen,
diskutieren, entwerfen, schaffen, begehen: Auf welche Weise und unter
welchen Zielsetzungen werden geschützte Räume gestaltet? Welche Kritiken und
Selbstkritiken werden dabei berücksichtigt? Wie ist Rückzug als
aktivistische, künstlerische Strategie begründet und erfahrbar? Lassen sich
die wirklich guten Schutzräume überhaupt auffinden? Und wann wird es Zeit
den Schutzraum wieder zu verlassen?

Das Kunst- und Theorie-Labor zum Thema >Schutzraum< wird im September 2013
in Bremen stattfinden. Beiträge sind in Form von Vorträgen, Performances,
Filmscreenings, Aktionen, Walks, Interventionen usw. möglich. Wir bitten
interessierte Frauen (* u.a.), auch gern Gruppen, um Zusendung von
Vorschlägen.

Bitte kurze Abstracts ggf. mit Bildmaterial bis zum 31. März 2013 senden an:

oder an:
Frauen.Kultur.Labor thealit, Im Krummen Arm 1, 28203 Bremen, Germany

Mehr Infos unter:
http://www.thealit.de

Eine Lektüregruppe mit Texten zum Thema startet im Mai und trifft sich
abwechselnd in Hamburg und in Bremen. Die genauen Termine werden noch
bekannt gegeben. Bei Interesse bitte melden unter

Das lab >Schutzraum< <<Politik>>>Ästhetik<<<Medien>> wird kuratiert von
Kea Wienand und Monika Wucher.







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