Von Thealit am 15. Februar 2013 um 15:18

Frauen.Kultur.Labor. thealit--Ausschreibung/Call for Proposals 2013

Einsendeschluss 31.03.2013

>Schutzraum<

<<Politik>>>Ästhetik<<< Medien>>

Der Begriff >Schutzraum< lässt an einen Ort denken, der Sicherheit vor

Katastrophen bietet. Vielfältige Gewalteinflüsse und Machtformen machen sehr

verschiedene individuell oder kollektiv eingenommene Schutzräume nötig. Auch

Kulturen, Lebensweisen und Organisationsformen, Ansichten und Überzeugungen,

Denkweisen und Artikulationsformen können Schutz benötigen. Umgekehrt sind

sie in der Funktion von Schutzräumen erfahrbar. Geschützte Räume müssen

nicht notwendigerweise physische Orte sein und ihre Schutzformen reichen von

der momentanen Sicherung des bloßen Überlebens bis hin zur dauerhaften

Einrichtung von Freiräumen. Schutzräume wirken als exklusive Räume, als

Rückzugsorte und Gewebe von mehr oder weniger vertrauensvollen Beziehungen.

In Zeiten, in denen die Forderungen nach Verwertbarkeit, (digitaler)

Vernetzung und (medialer) Präsenz nahezu allgegenwärtig sind, erhalten

Schutzräume neue Bedeutungen. Das World Wide Web wird als Schutzraum in

Anspruch genommen, gleichzeitig perfektioniert es Überwachung, Kontrolle und

Steuerung. Kollektiv eingenommene, selbstbestimmte Orte, wie sie z.B. aus

den sozialen Bewegungen der 1970er und `80er Jahre hervorgegangen waren,

werden wiederentdeckt. Doch stehen diese Errungenschaften Kritiken

gegenüber, die sich vor allem auf ihre Ausschlussmechanismen beziehen und

dafür Forderungen nach mehr "Vielfalt" und "Transparenz" ins Feld führen.

Freiraum und Ausschluss liegen dicht beieinander oder bedingen sich sogar

gegenseitig. Rückzug kann Folge von Bedrohung, Angst, Erschöpfung und

Lustlosigkeit sein - oder Ausdruck von Langeweile, Verweigerung und

Konzentration. Und wer in einem Schutzraum einfach nur schläft, ist

vielleicht Teil einer Rebellion?

Das thealit lab 2013 will unterschiedliche >Schutzräume< erkunden, befragen,

diskutieren, entwerfen, schaffen, begehen: Auf welche Weise und unter

welchen Zielsetzungen werden geschützte Räume gestaltet? Welche Kritiken und

Selbstkritiken werden dabei berücksichtigt? Wie ist Rückzug als

aktivistische, künstlerische Strategie begründet und erfahrbar? Lassen sich

die wirklich guten Schutzräume überhaupt auffinden? Und wann wird es Zeit

den Schutzraum wieder zu verlassen?

Das Kunst- und Theorie-Labor zum Thema >Schutzraum< wird im September 2013

in Bremen stattfinden. Beiträge sind in Form von Vorträgen, Performances,

Filmscreenings, Aktionen, Walks, Interventionen usw. möglich. Wir bitten

interessierte Frauen (* u.a.), auch gern Gruppen, um Zusendung von

Vorschlägen.

Bitte kurze Abstracts ggf. mit Bildmaterial bis zum 31. März 2013 senden an:



oder an:

Frauen.Kultur.Labor. thealit, Im Krummen Arm 1, 28203 Bremen

Mehr Infos unter:

http://www.thealit.de

Eine Lektüregruppe mit Texten zum Thema startet im Mai und trifft sich

abwechselnd in Hamburg und in Bremen. Die genauen Termine werden noch

bekannt gegeben. Bei Interesse bitte melden unter



Das lab >Schutzraum< <<Politik>>>Ästhetik<<< Medien>> wird kuratiert von

Kea Wienand und Monika Wucher.


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_English version_

thealit--Call for Proposals 2013

Deadline 31.3.2013

>Schutzraum<

<<Politik>>>Ästhetik<<< Medien>>

>Protective Space<

<<Politics>>>Aesthetics<<<Media>>>

The German term >Schutzraum< calls to mind a place where one can sit out
a catastrophe. Various effects of violence and power structures make
many different kinds of protective spaces necessary -- for individuals
as well as for collectives. Cultures, life styles, certain forms of
organization, opinions and convictions, ways of thinking and of
expression can all be in need of shelter. On the other hand, all these
may function as a refuge. Protective spaces do not necessarily have to
be physically manifested places. They can offer short-term survival as
well as the long-term establishment of a space that allows for freedom
of action. Shelters are exclusive areas, places of retreat, and the
fabric of more or less trusting relationships.

In these times, when utilization, (digital) networking and (media)
presence is an almost omnipresent demand, protective spaces take on a
new significance. The World Wide Web is used as a shelter, at the same
time it enables the perfection of surveillance, control and regulation.
Collective, self-governed spaces such as those established by the social
movements of the 1970s and 80s are being rediscovered. However, such
gains are also questioned: critics find fault with their mechanics of
exclusion and call for more "diversity" and "transparency". Spaces
offering freedom, and practices of exclusion are near neighbors, even
mutually dependent. Strategies of retreat can be the result of threats,
fear, exhaustion or listlessness -- or an expression of ennui,
disobedience and concentration. And a person who uses a shelter for
napping is perhaps the herald of a rebellion?

Thealit Lab 2013 aims to explore, question, discuss, conceive, construct
and walk through various "protective spaces". What are the ways and
purposes of creating shelters? Which aspects of criticism or
self-criticism are taken into account? What are the reasons for retreat
as an activist, artistic strategy, and how is it experienced? Are the
really good shelters traceable at all? And when does the time come to
exit a shelter?

The Art and Theory Laboratory on >Protective Space< will be held in
September 2013 in Bremen. Contributions in the form of talks,
performances, film screenings, actions, walks, interventions, etc. are
welcomed. We ask women (and others) who are interested, as well as
groups, to send us their proposals.

Please send short abstracts, if applicable with visuals, until March 31,
2013 to:



or to

Frauen.Kultur.Labor. thealit, Im Krummen Arm 1, 28203 Bremen, Germany

More information here:

http://www.thealit.de

A study group that will read and discuss texts on the subject will start
in May and meet alternately in Hamburg and Bremen. Definite dates will
be posted. Interested persons please send a line to



The lab >Protective Space< <<Politics>>>Aesthetics<<<Media>> is curated
by Kea Wienand and Monika Wucher.







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