Von Winfried Stürzl am 16. Juni 2008 um 15:17

Liebe Freundinnen und Freunde des "TRESOR",
liebe Kunstinteressierte,
ganz herzlich möchten wir Sie und Ihre Freunde zu unserer Performancereihe und Ausstellung

"SPIEL REGELN - DREI KÜNSTLER, DREI SPIELE, DREI ABENDE
im Rahmen der Projektreihe "PLAY IT"
in den "TRESOR - Raum für flüchtige Kunst" einladen.

PROGRAMM:
17. Juni 2007, 20 Uhr: Kathrin Sohn: Beamtastase
18. Juni 2007, 20 Uhr: Nana & Friends: Fußbad-Lesung (bitte reservieren!)
19. Juni 2007, 20 Uhr: Retrogames e.V.: Spieltrieb (Öffnungszeiten: Sa, 21. Juni 2008, 14-18 Uhr, So, 22. Juni 2008, 11-15 Uhr)


KATHRIN SOHN: BEAMTASTASE
Di, 17. Juni 2008, 20 Uhr
Interaktives Mitmachtheater
Eintritt frei

Das richtige Formular? Der richtige Stempel? Korrekte amtsärztliche Untersuchung? Bevor die Bediensteten der Bahn im Kassenraum des
Direktionsgebäudes, dem heutigen "Tresor - Raum für flüchtige Kunst", früher ihr wohlverdientes Lohntütchen entgegennehmen konnten, hatten sie bereits
einen beschwerlichen Weg durch die Behörden absolviert. Dieser Paragrafen-Dschungel mitsamt ihrer pflichtgemäßen Umsetzung ist Thema der
ersten Station der "Play it"-Reihe im Tresor. Wer sich an diesem Abend Sekt, Chips oder Praline abholen mag, braucht dazu erst den korrekten
Berechtigungsschein. Und der will erarbeitet sein! Mit ihrer Aktion präsentiert Kathrin Sohn, eine Hälfte des legendären Künstlerduos testform,
eine vergnügliche Metapher auf die zermürbenden Mechanismen unserer Bürokratie - und einen Selbsttest in Sachen Konsum. Denn wer sich nur von
außen am beschwerlichen Leben seiner lohnabhängigen Mitmenschen ergötzen möchte, braucht natürlich nicht am Spiel teilzunehmen. Will man aber nicht
leer ausgehen, ist das Sich-Einlassen auf die Regeln unausweichliche Voraussetzung...


NANA & FRIENDS: FUSSBAD-LESUNG
Mi, 18. Juni 2008, 20 Uhr
Performative Lesung, Dauer: 70 Minuten
Mit: Nana Hülsewig und Stela M. Katic; Gäste: Michael Fohler und Christopher Walz
Text: "Abstrakter Gefährdungsraum" von Nana Hülsewig
Regie: Günter Brombacher

EINTRITT: Euro 8,--; RESERVIERUNG per E-Mail über

reservierte Karten bitte bis 19.30 Uhr an der Kasse abholen.

Am zweiten "Play it"-Abend im "Tresor" betreten die Besucher einen Ort, der sich bald als Empfangs- und Therapieraum einer psychiatrischen Klinik
erweist. Freundliche Pfleger und Schwestern kümmern sich um die Gäste, und wer möchte, bekommt ein aromatisch duftendes Fußbad. Blaue Wannen auf
Lattenrosten, saubere Handtücher, alte Spitzenvorhänge und sanfte "Wellness"-Klänge: Eine Atmosphäre wohliger Entspannung lässt die
klinisch-beklemmende Raumsituation des "Tresors" in den Hintergrund treten - bis die Lesung durch die Krankenschwestern die Besucher langsam vor eine
unerwartete Tatsache stellt...


RETROGAMES e.V.: SPIELTRIEB
Do, 19. Juni 2008, 20 Uhr (Vernissage)
Interaktive Ausstellung

ÖFFNUNGSZEITEN:
Sa, 21. Juni 2008, 14-18 Uhr
So, 22. Juni 2008, 11-15 Uhr
Eintritt frei

Früher war alles besser. Das Gras war grüner, die Musik in den Charts war besser und Spiele waren noch richtige Spiele. Wer in den 1980ern nie mit
zittrigen Fingern, unter einer erhöhten Adrenalin-Dosis einen monochromen Pixelhaufen über den Bildschirm einer Spielhallenkonsole gesteuert hat, um
auf andere aufdringlich blinkende Pixelhäufen zu schießen, hat seine Jugend verschlafen. Deutsche Behörden verboten damals das Aufstellen von
Spielautomaten an öffentlichen Orten, was dafür sorgte, dass Spielhallen hierzulande einen nur unwesentlich besseren Ruf genießen als Freudenhäuser.
Der in Karlsruhe beheimatete Verein Retrogames e.V., Deutschlands erster Verein für Videospiele (offizieller Vereinszweck: "Erhaltung und Pflege der
Videospielkultur"), hat die Spielkonsole dankenswerterweise aus diesem Off geholt. Ab dem 19. Juni wird der Verein eine temporäre Dependance im
ehemaligen Tresor-Raum der Stuttgarter Bahndirektion eröffnen und für glasige Augen und melancholische Blicke sorgen. Die aus fünf bis sechs
Arcade-Automaten der 1980er Jahre bestehende, interaktive Rauminstallation flirtet mit dem schummrigen Keller-Spelunken-Ambiente der fensterlosen
Betonwände. Andererseits stellen die bunten Displays der Videospielautomaten und die freudvoll ausgeübte Spieltriebe (alle Automaten sind benutzbar)
einen schönen Kontrast zu dieser Atmosphäre dar. Neben dem legendären "Asteroids"-Automaten werden voraussichtlich die Konsolen-Klassiker "Phoenix", "Pole Position" und "Gauntlet" zu bewundern und zu spielen sein. In das akustische Allover aus "Boing"s, "Fwuup"s und "Plink"s werden sich die
Flüche und Jubelschreie der Besucher mischen. Kleine Infoschilder verraten Wissenswertes über die Entstehung der einzelnen Spiele. Und siehe da: Für
einen Moment ist es wieder da: das kollektive Glücksgefühl, die Faszination am Einfachen, am Bunten, am Lauten.
Weitere Infos zum Verein: http://www.retrogames.info


ZUM HINTERGRUND DES AUSSTELLUNGSRAUMS:
"Tresor" ist ein im Februar 2008 gegründeter nichtkommerzieller Kunst-Projektraum in Stuttgart. Die Stuttgarter Kunstvermittler Winfried
Stürzl und Marko Schacher und der in Stuttgart lebende Lichtkünstler Kurt Laurenz Theinert bieten hier den vergänglichen, zeitbasierten, nicht konkret
fassbaren Künsten ein eigenes Forum. Seinen Namen bezieht der "Tresor" aus seiner Vergangenheit: Die drei zusammenhängenden, etwa 50 Quadtratmeter
großen Räume dienten der Bahndirektion viele Jahre als Tresor- und Kassenraum. Eine dicke Stahltür und ein zwei Meter hoher Safe zeugen noch
heute von der ehemaligen Funktion und geben dem fensterlosen Ort seinen besonderen Charme. Mit ihrem Ausstellungskonzept nehmen die drei Kuratoren
die ehemalige Funktion zum Ausgangspunkt und verkehren sie in ihr Gegenteil: Anstelle der Lagerung und Sicherung materieller Werte soll im "Tresor"
ausschließlich "flüchtige" Kunst präsentiert werden: zeitbasierte installative und performative Formate, die besonders auf das sinnliche
Wahrnehmungserlebnis zielen und sich auch in Grenzbereiche der Bildenden Kunst vorwagen.
http://www.kunsttresor.net

TRESOR - Raum für flüchtige Kunst
Kulturdirektion H7, Raum 0.22d
Heilbronner Straße 7
D-70174 Stuttgart

nach dem Eingang rechts durch die Türe
dann den ersten Gang links
ungefähr in der Mitte auf der rechten Seite
Zug, S-Bahn, U-Bahn, Bus:
Haltestelle Hauptbahnhof / Arnulf-Klett-Platz


DANK AN:
Kulturamt der Stadt Stuttgart
Das Zelt - Projekte Theater Kultur - Arbeitsgemeinschaft e.V.
H7 Raumaufzeit GmbH


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Stürzl Kunstkommunikation
Winfried Stürzl
Kulturdirektion H7, Raum 0.32
Heilbronner Straße 7
D-70174 Stuttgart

Tel. +49-711-89 22 806
Fax +49-711-89 22 807
Mobil +49-179 20 80 669






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