Von Hannelore Paflik Huber am 10. November 2014 um 12:48


Samstag, den 15.11. 2014, Eröffnung der Ausstellung


A HOUSE OF PASSIVE NOISE
Räumliche Inszenierung in drei Akten
David Bennewidth/Sereina Rothenberger mit Vicy Langmann und Anna Cairns, Tamy Ben-Tor,
Libia Castro/Ólafur Ólafsson, Michaela Melián, Karen Mirza/Brad Butler, Jurgen Ots, Nina Rhode



19:00 Uhr Begrüßung: Ursula Blickle
Einführung: Katja Schroeder
20:00 Uhr Performance, inszeniert von Michaela Melián



1.Akt: Sonntag, den 16.11.2014, 15:00 Uhr
Künstlergespräch mit Libia Castro und Ólafur Ólafsson, David Bennewith & Sereina Rothenberger, Michaela Melián

2. Akt: 16.11.-6. 12.2014
Werke der Ausstellung + Guiding Voice
3. Akt: 7.12.2014, 15:00 Uhr
Performance von Karen Mirza und Brad Butler


Ursula Blickle Stiftung
Mühlweg 18, D -76703 Kraichtal-UÖ
Tel +49 7251 60919, Fax +49 7251 68687
http://www.ursula-blickle-stiftung.de

Presseinformation
Dr. Hannelore Paflik-Huber, Tel +49 176 23622819

Pressefotos
Bilder werden auf der Webseite der Stiftung
http://www.ursula-blickle-stiftung.de zur Verfügung gestellt
Vorbesichtigung
Wir bitten um telefonische Anmeldung
Tel +49 7251 60919, Fax +49 7251 68687


Das Projekt „A House of Passive Noise“ beschäftigt sich anhand räumlicher Installationen mit dem
Thema der Verweigerung sowie dem gesellschaftlichen Ausschluss. Unter dem Paradigma der
Produktivität und Selbstoptimierung ist es heute schwer, eine Haltung einzunehmen, die sich diesen
Anforderungen entzieht und sich bewusst nicht an gesellschaftlichen Normvorstellungen wie
Arbeitsmotivation, Fitness und Eigenverantwortlichkeit orientiert. Andererseits gibt es eine große
Gruppe von Personen, deren Möglichkeit der gesellschaftlichen „Teilhabe“ zwangsläufig nicht gegeben
ist, sei es z. B. aufgrund finanzieller Mittel, Staatsangehörigkeit oder Krankheit. Gemeinsam mit
den eingeladenen Künstlern und Künstlerinnen soll die Frage gestellt werden, welchen Platz eine
Haltung in der Gesellschaft einnimmt, die sich einer Funktionalität, Produktivität oder Anpassung
widersetzt. Wie lässt sich die bewusste Absage zu einem konstruktiven Teilnehmen an gesellschaftlichen
und ökonomischen Regeln ernst nehmen?
Michaela Melián hat für die Ausstellung eine neue Soundarbeit entwickelt, die ihren Ausgang
bei der Oper „La Bohème“ von Giacomo Puccini nimmt. Zentral ist dabei das Motiv der zum
Tode geweihten Schönheit, die gerade durch ihre gesundheitliche Schwäche für ihren Liebhaber
an Attraktivität gewinnt.
Das spanisch-isländische Künstlerpaar Libia Castro und Ólafur Ólafsson präsentieren in der Ursula
Blickle Stiftung ihre „Partial Declaration of Human Wrongs“, in der sie den Anspruch auf international
gültige Menschenrechte dekonstruieren. Darin verweisen sie mit beißendem Sarkasmus auf globale
politische Missstände der jüngsten Geschichte.
Die bewusst gewählte Verweigerung hingegen kommt in der Arbeit der amerikanischen Performance-
Künstlerin Tamy Ben-Tor zum tragen. In ihren Videoarbeiten schlüpft sie selber immer wieder in
wechselnde Rollen und wird in der Ausstellung als überzeichnete amerikanische Ostküsten-
Intellektuelle in Erscheinung treten, die den Jargon der internationalen Kunstszene aufgreift um die
völlige Sinnentleerung vermeintlicher Konzeptkunst damit auf die Spitze zu treiben.
Ebenfalls mit der bewussten Verweigerung beschäftigt sich das englische Künstlerpaar Karen Mirza
und Brad Butler. Gemeinsam haben sie seit 2007 verschiedene, oft performative, Projekte unter dem
Titel „The Museum of Non Participation“ entwickelt. In der Ausstellung werden sie u. a. das Video
„Hold Yor Ground“ zeigen, in welchem sie auf die Proteste des Arabischen Frühlings reagieren und
Gesten, Handlungsanweisungen und Verhaltensformen des Protestes als körperlich-kommunikativen
Akt definieren.






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