Von EXP.edition Demian Bern am 06. März 2011 um 01:43

*Utopia Parkway: der erste kleine Ad-hoc Abschied**
Morgen, Sonntag (06. März 2011), zwischen 15 und 20 Uhr*

Utopien und Menschen rücken ab nächster Woche in der Marienpassage näher
zusammen, da wir ab Montag vier Geschäfte -- vom ehemaligen Blumenladen
bis zum ehemaligen Café Gecko -- abgeben. Aber bis es soweit ist, laden
die Künstler, die bisher in diesen Räumen gearbeitet haben, zum
Abschiedsfest ein und präsentieren dort ein letztes Mal ihre Arbeiten:

*Haus schreibt seine Memoiren**
*Aus Bruchstücken des Abrisshaufens installierte Ina Brandmaier mehrere
Senklote mit Stift, welche die Eigendynamik des Gebäudes während der
bevorstehenden Abrissarbeiten auf der Schreibfläche am Boden
dokumentieren sollen. Ein absurder Versuch Vergängliches festhalten zu
wollen, aber auch ein paar neue Zeichen entstehen zu lassen. In den
kommenden Wochen werden noch weitere Schreibpendel in anderen Räumen
installiert.

*Experimentierbühne und Arbeitsatelier* "Penthesilea"
Italo Calvinos "Die unsichtbaren Städte" diente als Vorlage für die
Namen unserer Räume im Utopia Parkway. Lena Münch nahm den Namen ihres
Arbeitsraumes, "Penthesilea", zum Motto für ihre Zusammenstellung an
Fund- und Sammelobjekten. Calvinos Roman zufolge ist Penthesilea eine
fortdauernde Stadt. Ohne wirklichem Anfang, wirklichem Zentrum und Ende.
Ein Konglomerat aus trostlosen Vorstädten und Mietskasernen. In der
Ilias handelt es sich bei Penthesilea hingegen um eine Amazonenkönigen
und Tochter des Ares, die im trojanischen Krieg von Achilles erschlagen
wird, nachdem sie den Trojanern zu Hilfe kam. Als er ihr schließlich den
Helm abnimmt, verliebt sich Achilles in die schöne Erschlagene.

*"Ein fruchtiger Moment flüchtiger Erhabenheit"*
In seinem Experiment zündete Eric Sturm in einem geschlossenen Raum in
Farbe getunkte Feuerwerkskörper. Mit diesem unvorhersehbaren Spektakel
versucht er Unsichtbares sichtbar zu machen: "Das Feuerwerk ist die
einzige Kunst, die nicht dauern will, sondern einen Augenblick lang
strahlt und dann verpufft" (Adorno). Die Ergebnisse der nächtlichen
Performance werden morgen zu sehen sein.

*Baklawa und Lesung um 16 Uhr*
Um den letzten Nachmittag in den Räumen des ehemaligen Cafés Gecko zu
versüßen, servieren Klaudia Dietewich und Barbara Karsch-Chaïeberneut
Baklawa. Außerdem wird es eine kleine Lesung geben: ein Textfragment aus
dem Stadtarchiv Stuttgart zu der Vergangenheit des Ortes.

*Galerie "Drei Welten"*

"Das war's dann"
Ab 15 Uhr feiert Chris Mennel Abschied von drei Diaprojektoren. Die
Geräte passen nicht mehr in diese Welt und werden der Abrissfirma übergeben.

"Verschmorungen"
Ab 19 Uhr findet eine Feuerbestattung von 100 aussortierten Lichtbildern.

*Projekt 10 000 Postkarten*
In zwei Vitrinen zeigt die Malerin Petra Kikel einen Teil des Projektes
"10 000 Postkarten". Die Postkarten sind gemalt, beklebt, mit Fotos
bestückt oder gestickt. Sie thematisieren wertvolle Kleinigkeiten des
Alltags.

*Bäumchen, wechsle dich*
Isabell Zirbecksagt: Spielt mit!Jeder Besucher von Utopia Parkway kann
Gegenstände vorbeibringen, integrieren und gegen andere Dinge
tauschen.Der Raum wird damit zu einem Ort des Zusammentreffens und des
Mitmachens.

*Ad-Hoc-Perfomances
* Caroline Intrup ist Sprecherin, Thorge Pries spielt Schlagzeug.
Gemeinsam arbeiten sie an Geschichten aus Text und Groove zum Thema"Wer
ich wirklich bin, auf der Suche nach Fremden in mir". Als Recherche dazu
entstand der Fragebogen "Wünsch dir was!". Füllt den Fragebogen aus und
werft ihn in den Wunschkasten, oder sprecht eure Wunschnachrichten auf
den Wunschbeantworter:
Ich wäre gerne ...
Ich könnte gerne ...
Ich hätte gerne folgende Superheldeneigenschaften ...

Wir freuen uns über euren Besuch!



UTOPIA PARKWAY
Ad-hoc-Residenz
EXP.edition

Marienstraße, Stuttgart Mitte
http://www.exp-edition.com







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