Von Kuenstlerhaus Stuttgart am 08. Juli 2008 um 12:08

In der Reihe Visit

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Hoelle Hamburg
Filmpraesentation mit Peter Ott

Donnerstag, 10. Juli 2008, 19 Uhr

Vor dem Hamburger Hafen liegt ein von seinen Eignern verlassenes
Schiff. Weil sich in der Mannschaft Reste des Marineapparats der
Komintern befinden, ruft sie weitere revolutionaere Zellen zu Hilfe.
Diese greifen vom Bewusstsein einer Dokumentarfilmerin Besitz, die
eigentlich einen Film über den Hafen drehen sollte.

Der Film Hoelle Hamburg (2007, 88 min., R.: Peter Ott und Ted Gaier)
beruft sich gleichermaßen auf das Lehrstueck "Die Maßnahme" von
Brecht/Eisler/Dudek wie auf den ethnologischen Film "Les Maitres
Fous" von Jean Rouch. Der Film handelt vom Leben im Postfordismus und
der Art, wie Macht von uns Besitz ergreift.


Synopsis

Im Film "Hoelle Hamburg" wird ein Schiff, das im Hamburger Hafen
liegt von seinen Eignern im Stich gelassen, um die Mannschaft, die
sich mit dem ihr zugewiesenen Status nicht zufrieden geben will und
um eine Dokumentarfilmerin, deren Talent vom Fernsehen wenig, von
einem Geheimdienstmitarbeiter dafür aber um so mehr geschaetzt wird.

In der Mannschaft des Schiffes befindet sich die Zelle eines
mysterioesen Matrosengeheimkultes, der ein Residuum des
Marineapparats der Komintern darstellt. Einige Zellen dieses Apparats
haben die Aufloesung der Komintern (1942) überlebt und mit der Zeit
die Koerperbilder der Agitproptruppen mit den Codierungstechniken der
Nachrichtenapparate vermischt und damit in obsessive Trancetechniken
übertragen. Mittels eines Mediums kommunizieren sie mit den Geister-
Kadern der Komintern und uebernehmen, von diesen geleitet, die
Kontrolle über das Schiff.

Die Dokumentarfilmerin ist eigentlich damit beschaeftigt, für einen
Themenabend einen Dokumentarfilm über moderne Regel- und
Steuerungstechniken in der Hafenlogistik herzustellen. Als sie im
Zuge ihrer Arbeit mit dem "abandoned ship" in Kontakt geraet, wird
sie von den Geistern der Matrosen infiziert und nimmt in deren
Besessenheitskult eine Funktion ein. So oszilliert sie zwischen ihrer
Alltagswelt, in der sie u.a. Interviews im Hamburger Hafen macht und
sich wegen ihres Filmes mit ihrem Produzenten herumschlagen muss,
und einer fremden, traumhaft-wilden Welt, in der alles, was normal zu
sein scheint, von einer anderen Seite dargestellt wird. Das Agitprop
ist zurueckgekehrt, und in den Jahren seiner Abwesenheit ist es wild
geworden.

Der Geheimdienstmitarbeiter schließlich kriegt ziemlich schnell
heraus, dass er nur über die Dokumentarfilmerin an das mysterioese
Matrosennetzwerk herankommt, dessen Existenz eine potenzielle
Sicherheitslücke in der internationalen Seefahrt darstellt. Zunaechst
operiert er geschickt mit seinen Kontakten in der Branche, die der
Dokumentarfilmerin in ihrer Karriere weiterhelfen koennten. Als er
damit bei ihr an eine Grenze stoeßt, greift er zur Gewalt.

Regie: Peter Ott, Ted Gaier
Kamera: Deborah Schamoni
Szenenbild: Maren Grimm, Oliver Gemballa
Kostuem: Juliane Solmsdorf
Buch: Peter Ott, Peter Purtschert, Ted Gaier
Ausfuehrender Produzent: Jan Peters
Produktion: Abbildungszentrum2 GbR
Darsteller: Martina Schiesser, Ibrahima Sanogo, Bill Parton, Olajide
Akinyosoye, Dschingis Bowakow, Andreas Matti, Matthias Breitenbach,
Moses Holl u.v.a.m.
Gefoerdert von der Filmfoerderung Hamburg und der Kulturstiftung des
Bundes

Mehr zum Film unter: http://www.hoellehamburg.org

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