Von WKV Wuertt. Kunstverein Stuttgart am 03. Dezember 2012 um 02:55



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WKV STUTTGART: DIESE WOCHE
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Montag, 3. Dezember 2012, 19 Uhr
PODIUM
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Räume für Kultur in der Stuttgarter Innenstadt
Mit: Iris Dressler, Ulrike Groos, Jean-Baptiste Joly, Johannes Milla,
Matthias Bullinger, Brigitte Lösch, Hans D. Christ, Petra von Olschowski
u.a.
Info:
http://www.wkv-stuttgart.de/programm/2012/veranstaltungen/raeume-fuer-kultur

4. – 9. Dezember 2012, während der Öffnungszeiten
Performance
SYLVIA WINKLER + STEPHAN KÖPERL
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"Kommentar: Andi Schreiber"
Info:
http://www.wkv-stuttgart.de/programm/2012/ausstellungen/acts-of-voicing/performances-workshops-vortraege

Mittwoch, 5. Dezember 2012, 19 Uhr
Vortrag
ANETTE HOFFMANN
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"Verbale Riposte: Kritik, Mehrstimmigkeit und performative Darstellungen
von Geschichte in Aufnahmen von ‚praise poetry’"

Anette Hoffmann ist vor einigen Jahren auf Tonaufnahmen der namibischen
Bevölkerung gestoßen, die 1931 von dem Deutschen Hans Lichtenecker
aufgenommen wurden, ohne dass er sich dafür interessierte, was die
Befragten zu sagen hatten. Hoffmann ließ diese Aufnahmen erstmals
übersetzen und es stellte sich heraus, dass es sich um konkrete
Botschaften an und insbesondere Beschwerden über die Deutschen handelte.
Einige der aufgenommenen Reden sind im Genre der sogenannten "praise
poetry" gehalten. In ihrem Vortrag erläutert Hoffman dieser besondere
Erzählform.
"Das Genre der omitandu (praise poetry im Otjiherero) zeichnet sich durch
fluide Form, Mehrstimmigkeit und eloquente Charakterisierungen von
Personen, Orten und Ereignissen aus. In den Darbietungen dieser
Sprechgesänge wird Geschichte vermittelt, aber auch verhandelt.
Historische Tonaufnahmen als Momentaufnahmen von omitandu enthalten
Geschichtsdiskurse von otjiherero-Sprechern, in denen der Krieg mit der
deutschen Schutztruppe, die Folgen des Krieges für die kolonisierte
Bevölkerung, aber auch (oftmals kodifizierte) Kritik an der epistemischen
Gewalt kolonialer Wissensproduktion artikuliert wurden." (Hofmann)

Donnerstag, 6. Dezember 2012, 19 Uhr
Vortrag
DEUFERT&PLISCHKE
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"Verknüpfungen. Arachnische Praktiken"
Einführung in die „arachnischen Praxen des Reformulierens“
Workshop: 7.-9. Dezember 2012 (noch Plätze frei)
Info:
http://www.wkv-stuttgart.de/programm/2012/ausstellungen/acts-of-voicing/performances-workshops-vortraege

Freitag, 7. Dezember 2012, 19 Uhr
Vortrag + Filmvorführung
Sprache: Englisch
JANEZ JANSA + JANEZ JANSA
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"NAME Readymade. My name is Janez Jansa"

2007 vollzogen drei slowenische Künstler einen radikalen Namenswechsel:
Sie nannten sich alle drei nach dem damaligen slowenischen Premierminister
Janez Jansa. In ihrem Vortrag stellen sie die verschiedenen
Entwicklungsstadien und Aspekte dieser Namensänderung sowie die damit
verbundenen Konsequenzen für ihre öffentlichen und privaten Beziehungen
vor. NAME Readymade untersucht, inwieweit das Konzept der persönlichen
Namensgebung in der westlichen Gesellschaft mit der Frage persönlicher
Identität übereinstimmt bzw. sich davon unterscheidet.

Samstag, 8. Dezember 2012, 18:30 Uhr
Vortrag
Sprache: Englisch
BOJANA KUNST
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"The Paradox of Voiced Silence"

In ihrem Vortrag spricht Bojana Kunst über das Spannungsverhältnis
zwischen der Stimme und dem Schweigen des Körpers in der
zeitgenössischen Performance. Dabei untersucht sie eine Reihe von
problematischen politischen Aspekten, die mit dem Schweigen des Körpers
einhergehen, sowie die gleichfalls fragwürdige Konsumption der Stimme.
Sie geht der Frage nach, wie diese Spannung mit der zeitgenössischen
kulturellen und ökonomischen Präkarisierung des Körpers zusammenhängt.
Faszinierenderweise nimmt man die Stimme, die sich im Körper befindet,
erst dann wahr, wenn Tanz von Sprache getrennt wird. Sie wird in dem
Moment gehört, wenn Sprache den Status der vorherrschenden Materialität
verliert und sich der sich bewegende Körper dagegen wehrt, Rede zu sein.
Daher ist die Stimme nicht etwas, das den Körper beruhigt und zu einer
harmonischen Entdeckung des inneren Ichs führt, sondern sie verortet den
tanzenden Körper gnadenlos in der Kluft zwischen der Bewegung selbst und
dem, was Bewegung repräsentiert. Durch die Entdeckung der Stimme
erschüttert der tanzende Körper die harmonische Beziehung zwischen
seiner Präsenz und seiner Darstellung. Es gibt keine Harmonie mehr
zwischen dem Inneren und Äußeren des Körpers; der Körper wird genau in
dieser Lücke sichtbar und hörbar, wenn die harmonische Beziehung
zwischen der Bewegung des Körpers und dem Schauspiel seiner
Subjektivität zusammengebrochen ist.


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Württembergischer Kunstverein Stuttgart
Schlossplatz 2
D - 70173 Stuttgart
T: +49 (0)711 - 22 33 70
F: +49 (0)711 - 29 36 17

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