Von WKV Wuertt. Kunstverein Stuttgart am 11. Januar 2017 um 18:02


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WKV STUTTGART: ERINNERUNG KONFERENZ
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Samstag, 14. Januar 2017, 14 bis 21 Uhr

KONFERENZ zur Dekolonisierung des Sozialen
Die Geburt der TRANSMODERNE und die KREOLISIERUNG der Welt
Veranstalter: Merz Akademie und Württembergischer Kunstverein
Ort: Württembergischer Kunstverein
* * *
Angesichts wachsender europäischer Rassismen und fiktiver Vorstellungen
einer rein europäischen Kulturmodernität veranstalten die Merz Akademie
und der Württembergische Kunstverein eine halbtägige Konferenz zum Thema
Transmoderne und Kreolisierung der Welt.

Die Konferenz widmet sich der Frage, wie die Moderne aus den Ozeane
umspannenden Kontaktzonen kapitalistischer Kolonisierung entstanden ist.
Seit dem späten 15. Jahrhundert sind unterschiedlichste Hemisphären,
Orte und Zeiten durch den Sklavenhandel und die Plantagenwirtschaft, den
Bergbau und die Schiffahrt in immer schnelleren Rhythmen gewalttätig
miteinander verbunden worden und haben einen historisch ungekannten
Kreolisierungsprozess ausgelöst.

Die europäischen Gründungserzählungen, die die Moderne im Dreischritt
von Renaissance (Aufklärung), Reformation (Protestantismus) und
Revolution (universalem Recht) als Selbstgeburt europäischen Geistes
erklären und auf griechisch-römische Ursprünge zurückprojizieren
wollen, verlieren in dieser Perspektive ihren Sinn. Als eigentliche
Herausforderung der Moderne begreift der Workshop deshalb die Frage, wie
dem transatlantischen Kreolisierungsprozess Kräfte entsprungen sind, die
die Inegalität europäischer Regierungs- und Ausbeutungssysteme
grundlegend in Frage stellen.

Kurz: Diskutiert wird, wie sich der »schwarze Atlantik« zwischen Afrika,
Europa und den beiden Amerikas in einen Raum der Ãœberlappung, der
Kollision und der hypermodernen Kreation non-konformer Ausdrucks- und
Handlungsformen verwandelt hat, aus dem nicht nur die Erinnerung an den
Terror der kolonialen Vergangenheit, sondern auch die Zukunft eines
anderen, transmodernen Westens hervortritt. Überprüft werden soll dabei
die Produktivität der Begriffe der Universalgeschichte, der
Transmodernität und der Kreolisierung, um dem imaginären, aber umso
realitätsmächtigeren Stereotyp einer eurozentrischen Welt
entgegenzutreten, die die Moderne als europäische Leistung idealisiert
und die Verbindung von Aufklärung und Schrecken, Rationalität und
Irrationalität verleugnet.
* * *
PROGRAMM

14:15 – 14:45 Uhr
KATJA DIEFENBACH (Merz Akademie) und IRIS DRESSLER (WKV)
Einführung: Welche Transmoderne?

14:45 – 15:45 Uhr
JAMILA M. H. MASCAT (Paris-1, Sorbonne)
How to continue modernity by other means. Hegel and the Black Atlantic

16:00 – 17:00 Uhr
RAPHAEL HÖRMANN (Institute for Black Atlantic Research, UCLAN, Preston)
Decolonising Enlightenment: The Haitian Turn and its Black Atlantic
Precursors

17:15 – 18:15 Uhr
CHRISTIAN KRAVAGNA (Akademie der Bildenden Künste, Wien)
Transkulturelle Anfänge: Zur Formierung des transkulturellen Denkens in
den antikolonialen Bewegungen des frühen 20. Jahrhunderts

18:15 – 19:15 Suppe & Drinks

19:15 – 20:45 Uhr
INES DOUJAK (Künstlerin, Wien) und JOHN BARKER (Autor, London)
Skin Deep


Weitere Informationen unter:
http://www.wkv-stuttgart.de/programm/2017/veranstaltungen/transmoderne/


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D - 70173 Stuttgart
T: +49 (0)711 - 22 33 70
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