Von WKV Wuertt. Kunstverein Stuttgart am 07. Januar 2009 um 12:00



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WKV STUTTGART: HEUTE ABEND, VORTRAG, 19 UHR
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Du-Yul Song: Unhintergehbarkeit des Dritten
Mittwoch, 7. Januar 2009, 19 Uhr

Abstract:
In einer dyadischen politischen Landschaft auf der koreanischen Halbinsel
ist ein Leben als "Grenzgänger" riskant. Hier muss es entweder einen
Proto-Kapitalismus oder einen Proto-Sozialismus geben. Zwar könnte die
Demarkationslinie (Waffenstillstandslinie) in der Mitte der Halbinsel
Perspektiven zum Dritten öffnen, aber die dyadischen Formeln von Leben und
Tod, Einschließen und Ausschließen bzw. Engel und Teufel sind
unüberwindbar geblieben. Nach dem Fall der Mauer ist das dyadische
Leitmodell aus der Zeit des Kalten Krieges oft in Frage gestellt worden.
Entgegen dem verbreiteten "nach-geschichtlichen" Optimismus melden sich
die ausgetriebenen bösen Geister überall wieder. Katastrophen wie das
Ereignis vom 11. 9., der Irak-Krieg und die anhaltende globale Finanzkrise
bedrohen den zügellosen Turbokapitalismus, der daraufhin seine
vorübergehende Bereitschaft erklärt, die Perspektiven des teuflischen
Anderen zu übernehmen. Jetzt ist sogar die Rede von der Verstaatlichung
der Banken und Schlüsselindustrien. Die dyadischen Bausteine werden hier
um den Dritten, den Post-Kapitalismus erhöht. Ohne Überschreitungs- und
Unterminierungsakte des binär codierten Grenzregimes durch das Dritte wird
auch der Horizont des "Post-Kapitalismus" uns nicht geöffnet.

Bio:
Du-Yul Song ist Professor für Soziologie an der Universität Münster; geb.
1944 in Tokio. Bis zu seiner Einbürgerung in Deutschland (1993) war er
südkoreanischer Staatsbürger. Studium der Philosophie, Soziologie und
Wirtschaftsgeschichte in Seoul, Heidelberg und Frankfurt am Main;
Promotion in Philosophie bei J. Habermas in Frankfurt (1972) und
Habilitation in Soziologie in Münster (1982); Als prominenter
Widerständler gegen die Militärdiktatur und auch Vermittler zwischen
beiden verfeindeten Bruderstaaten folgte er im September 2003 nach 36
Exiljahren den offiziellen Einladungen der "Stiftung der Demokratie" und
des "koreanischen Philosophenverbandes" in Südkorea, wo er aber aufgrund
des Verstoßes gegen das "Nationale Sicherheitsgesetz" inhaftiert wurde.
Infolge weltweiter Proteste wurde er nach einem Berufungsurteil im Juli
2004 freigelassen.

Eintritt:
4 Euro / 2 Euro ermäßigt / Mitglieder des WKV frei

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NÄCHSTE VERANSTALTUNG
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Ole W. Fischer, Vortrag
"Post-Structural, Post-Critical, Post-Political?
Architekturdebatten nach dem Fall der Mauer"
Freitag, 9. Januar 2009, 19 Uhr



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