Von WKV Wuertt. Kunstverein Stuttgart am 17. Mai 2013 um 11:55


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WKV STUTTGART: SAVE THE DATE
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24. Mai 2013, 19 Uhr
Eröffnung der Ausstellung

VOM ZAUDERN.
MOTIVE DES AUFSCHUBS, ÃBERGANGS UND ABSCHWEIFENS
25. Mai bis 4. August 2013
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Bani Abidi, Pilar Albarracin, Artic. Texte aus der fröhlichen
Wissenschaft, Robert Barry, Rolf Dieter Brinkmann, Mircae Cantor,
Carlfriedrich Claus, Sigmund Freud, Jacob und Wilhelm Grimm,
Herbordt/Mohren, Runa Islam, Anna K. E., Gerald Van Der Kaap, Mobile
Academy (Hannah Hurtzig, Karin Harrasser, Chris Kondek) / Joseph Vogl,
Christian Morgenstern, Anna Oppermann, Dan Perjovschi, Lia Perjovschi,
Andreas Schulze, Stefanie Seibold, Jan-Peter E. R. Sonntag, Jean-Marie
Straub / Danièle Huillet
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Zögern, Stocken, Unterbrechen, Innehalten, auf der Stelle Treten,
Unentschiedenheit, Richtungslosigkeit: All dies sind Momente und Zustände
des Zauderns, die in einer durchökonomisierten Welt als störend, wenn
nicht gar als bedrohlich empfunden werden. Sie blockieren, so glaubt man,
die Handlungsfähigkeit, den reibungslosen Ablauf der Dinge und somit
Produktivität und Wachstum.

Der Philosoph und Literaturwissenschaftler Joseph Vogl dagegen begreift das
Zaudern nicht als eine Aufhebung sondern als âSchatten des Handelnsâ,
als einen âEreignisrückstand im Ereignisâ. An dieser Schwelle
zwischen Handeln und Nichthandeln macht er einen Zwischenraum der reinen
âschöpferischen Potenz und Kontingenzâ aus. Zaudern ist in diesem
Sinne etwas, das sich an Fugen, Schwellen und Scharnieren, an Gabelungen,
Abzweigungen und an den Abzweigungen von Abzweigungen ansiedelt â dort,
wo alles möglich ist und alles in Frage steht. Zugleich verweist Vogl auf
die Widerständigkeit, die dem Zaudern innewohnt. Denn es wendet sich
âgegen die Unwiderruflichkeit von Urteilen, gegen die Endgültigkeit von
Lösungen, gegen die Bestimmtheit von Konsequenzen ⦠und das Gewicht von
Resultaten ⦠Das Zaudern hegt einen Komplexitätsverdacht; es folgt
einer Arithmetik, die vom Hundertsten ins Tausendste gehtâ (Joseph Vogl,
"Ãber das Zaudern", 2008, S. 108).

In den Künsten sind Motive des Zauderns scheinbar allgegenwärtig: Von
Hamlets Zweifel an Sein und Nicht-Sein, über jenes âBirnliâ der
Brüder Grimm, das einfach nicht vom Baum fallen will, bis zu Bartleby,
dem Schreiber, der immerzu âlieber nicht möchteâ.

In der Kunst und insbesondere der zeitgenössischen Kunst ist das Zaudern
aber nicht nur als Motiv sondern auch als ästhetische Methode und
Struktur zu finden. So zum Beispiel im Film als sogenannte âtote Zeitâ
(temps mort), das heiÃt als jener von Michelangelo Antonioni eingeführte
leere Moment und Schwebezustand, an dem die Geschichte nicht weitergehen
will, oder in der Videokunst als Loop, der Anfang und Ende der Erzählung
beständig aufschiebt.

KünstlerInnen arbeiten überdies mit weit verzweigten Referenzsystemen,
die âvom Hundertsten ins Tausendsteâ führen, sowie mit Methoden der
Wiederholung, Verschiebung und Permutation. Sie produzieren multiple
Lesweisen und setzen die BetrachterInnen immer wieder Situationen der
Unentscheidbarkeit, des âsowohl als auchâ aus. Es geht um das
Abschweifen anstelle von Zielstrebigkeit, um das Unerwartete anstelle des
Kalkulierbaren, um das Mehrdeutige anstelle von Eindeutigkeit.

Labyrinth und Schwelle, Verästelungen und Schlaufen, das sich Verzetteln
und auf der Stelle Treten scheinen die ineinander verschränkten Pole des
Zauderns zu sein. Die Ausstellung "Vom Zaudern" setzt an diesen beiden
Polen an. Sie greift das Zaudern weniger als Thema denn als Methode der
zeitgenössischen Kunst auf und untersucht es entlang der Motive von
Aufschub und Ãbergang, Ab- und Umherschweifen.

Weitere Informationen:
http://www.wkv-stuttgart.de/programm/2013/ausstellungen/vom-zaudern

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24. Mai 2013, 19 Uhr
Eröffnung der Ausstellung

AUTOPOIESIS
25. Mai â 16. Juni 2013
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Florian Clewe, Juliane Engel, Sabine Fessler, Leon Filter, Paula Kohlmann,
Anna-Maria Paschetto, Domènec Sanz Janssen, Erik Sturm
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Kuratorin: Didem Yazici
Ein gemeinsames Projekt von: LOTTE und Württembergischer Kunstverein
Stuttgart

"autopoiesis" ist ein Ausstellungsmodell, bei dem jedes einzelne Kunstwerk
als Reaktion auf ein anderes Werk oder eine Situation während des
Ausstellungsverlaufs entsteht. Es handelt sich um eine Folge gegenseitiger
künstlerischer Resonanzen, die in einem Wechselspiel zwischen den
Formaten und Medien Installation, Vortrag, Abendessen, Lesung, Skulptur,
auf Forschung basierende Werke, Konversation, Journal, Text, Fotografie
und Performance entstehen.
Mit der Absicht, auf den kürzlich eröffneten Projektraum Querungen des
Württembergischen Kunstvereins zu reagieren, arbeitet autopoiesis mit den
AkteurInnen des Projektraums LOTTE (Land Of The Temporary Eternity)
zusammen. Die Ausstellung nimmt den Ãbergangsraum von Querungen und die
Idee von LOTTE zum Anlass, um die individuellen Praktiken der
KünstlerInnen von LOTTE in einem freien und offenen Ausstellungsformat
vorzustellen.

Weitere Infos unter:
http://www.wkv-stuttgart.de/programm/2013/querungen/autopoiesis

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PARALLELE ERÃFFNUNGEN AN DIESEM ABEND
24. Mai 2013

18 Uhr
APPARATUS CRITICUS & LOCUS
Künstlerhaus Stuttgart
ReuchlinstraÃe 4B, 70178 Stuttgart
http://www.kuenstlerhaus.de

19 Uhr
VOM ZAUDERN +
AUTOPOESIS
Württembergischer Kunstverein
Schlossplatz 2, 70173 Stuttgart

20 Uhr
FOOTNOTE
Projektraum Lotte
Willy-Brandt-StraÃe 18, 70173 Stuttgart
http://www.projektraum-lotte.de

AnschlieÃend
PARTY
Württembergischerische Kunstverein






























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Württembergischer Kunstverein Stuttgart
Schlossplatz 2
D - 70173 Stuttgart
T: +49 (0)711 - 22 33 70
F: +49 (0)711 - 29 36 17

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