Von Ulrich Wegenast am 09. März 2013 um 11:13

Liebe Betacitizens,

hier nun die Workshops, die beim kommenden FKX-Festival (29.-31.3.2013)
stattfinden werden.
Die Workshopreferenten sind Eva Baumann (Berlin/Stuttgart), FM Einheit
(Berlin)/Hans Joachim Irmler (Scheer), Rubmi Katedza (Harare), Jan Peters
(Kassel/Stuttgart), Thomas Renoldner (Wien), Lisa Steele/Kim Tomczak
(Toronto)

Die Workshops finden vom 30.-31. März 2013 von 10-17 Uhr in der FKBW im
KunstWerk Fellbach statt. Die Workshops von Katedza und FM Einheit/Irmler
sind eintägig!

WORKSHOP 1: WIR SAGEN STATT ICH
Prof. Jan Peters (Kassel)

WIR sagen statt ICH –autobiographische Strategien in der Film- und
VideokunstLabor für ein kollektives Selbstportrait
Spätestens seit dem Web 2.0 ist der radikalsubjektive Ansatz von
autobiographischen Bewegtbildwerken eine angreifbare Position geworden, die
sich im Geplapper des vielstimmigen ICH immer schwerer abzuheben vermag.
Im Workshop WIR sagen statt ICH wird als Versuch eine neue Position zu
finden, ein Labor für ein kollektives Selbstportrait errichtet.
Um in der Kürze der Zeit so etwas wie einen gemeinsamen Alltag einzurichten,
werden über die gesamte Dauer gemeinsame Mahlzeiten zubereitet und verzerrt.
Sie bilden den Ausgangspunkt,um sich in drei Schritten einem kollektiven
Selbstportrait zu nähern: Vom Selbstportrait über ein Portrait des Anderen
zum gemeinsamen Portrait der Gruppe.Jan Peters (*1966) ist Filmemacher,
Hörspielautor und Videokünstler. Er studierte an der Hochschule für bildende
Künste in Hamburg und war dort Mitbegründer des Filmemacherkollektivs
Abbildungszentrum.
Neben seinem Langzeitprojekt Ich bin…,für das er lange Zeit ausschließlich
Super-8-Material verwendete, drehte Peters zahlreiche preisgekrönte Kurz-
und Langfilme. Außerdem realisierte er Hörspiele fürs Radio und im November
2011 die Theaterperformance Ausflug nach Kohlhasenbrück am Maxim Gorki
Theater in Berlin. Von 2006 bis 2008 war er als Gastprofessor im Bereich
Cinémaan der HEAD (Haute Ecole d’Art et de Design) in Genf tätig von 2011
bis 2013 war er Professor für Film und Video an der Merz Akademie in
Stuttgart und seit dem Wintersemester 2012 Professor für Film an der
Kunsthochschule Kassel.

***

WORKSHOP 2: BODY ART ANIMATION
Thomas Renoldner (Wien)

Körper(-arbeit) und Animation stehen bereits im klassischen, ja sogar im‚
industriellen‘ Animationsfilm in einer engen Beziehung zueinander. Denn wer
kennt nicht die berühmten„making of“-Videos von Filmen wie Jurassic Park, in
denen professionelle AnimationszeichnerInnen wie Kängurus herumhüpfen und
sich gegenseitig anbellen um „das Wesen eines Dinosauriers“ zu
verinnerlichen.
Thomas Renoldner bezeichnet Animation in seinem Unterricht oft als
„gezeichnete Pantomime“,als auf Papier gebrachte Körpersprache. An diesem
Punkt wird es spannend zu erforschen, welche Bezüge zwischen „bodyart“ und
Animation existieren bzw. noch entwickelt werden können. Berühmte
zeitgenössische KünstlerInnen wie etwa Mara Mattuschka oder Mariola
Brillowska haben in ihren Animationsfilmen „Körperlichkeit“ stark zum
Ausdruck gebracht und bei beiden spielt auch außerhalb des Filmes die Arbeit
mit dem Körper eine wichtige Rolle.
Diese Beispiele sollen nur andeuten, dass Körper und Animation eng verwoben
sein können, und darauf neugierig machen, weitere Bezüge zu finden und
herzustellen.
Die Werkzeuge des Workshops sind Papier, Bleistift, Farbe, Fotografie und
Körper.
Produktionstools: Digitalfotografie, Stop-Motion, 2-D-Animation,
Videoschnitt.

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WORKSHOP 3: DOKUMENTARISCHE PRAXIS IN KRISENSITUATIONEN
Rumbi Katedza (Harare)
(in englischer Sprache, nur Samstag 30.03.13)

In ihrem Workshop beschreibt Rumbi Katedzaihre Herangehensweise in ihrem
Filmprojekt "The Axe and the Tree" im Zusammenhang mit den schweren
Menschenrechtsverletzungen bei der letzten Wahl in Simbabwe im Jahr 2008.
Bei dem Projekt ging es hauptsächlich um den Aspekt der Versöhnung und
Heilung in einem tief zerstrittenen und ruinierten Land. Der Film entstand
im Jahr 2010 unter sehr schwierigen Gesichtspunkten und erzählt die
Erlebnisse von vier Individuen. Darüber hinaus wird Katedza ihre eigene
Arbeitsweise vorstellen, wie sie unter schwierigen politischen, finanziellen
und personellen Bedingen kreative filmische Ideen realisiert.

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WORKSHOP 4: PRACTICING OBSERVATION: STREETWISE/HOMEBOUND
Prof. Lisa Steele & Prof. Kim Tomczak (Toronto)
(in englischer Sprache)

1: Practicing observation: Streetwise
Durch das Zeigen ihrer neuesten Video- und Fotoarbeiten legen Lisa Steele
und Kim Tomczak ihre Hingabe zur detaillierten Betrachtung von urbanen
Umgebungen offen.Teilnehmer werden gemeinsam mit den Workshopleitern kurze
Videoarbeiten aufnehmen und schneiden, wobei die unmittelbare Umgebung im
Fokus liegen soll. Der Workshop bietet den Teilnehmern Raum zu
Einzelbesprechungen ihrer künstlerischen Arbeiten

2: Practicing observation: Homebound
Im zweiten Teil des Workshops richten Lisa Steele und Kim Tomczak ihre
Aufmerksamkeit– und ihre Kameras – auf ihre eigenen häuslichen und
persönlichen Umgebungen .Durch das Verwenden ihrer eigenen Erfahrungen und
ihrer eigenen Leben entstand eine Vielzahl von Arbeiten, die sie hier teilen
wollen. Die Teilnehmer werden Formen des Selbstportraits und der Performance
vor der Kamera ausprobieren. Auch hier wird die Möglichkeit zu
Einzelbesprechungen geboten.

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WORKSHOP 5: DAS MEDIUM VIDEO AUS CHOREOGRAFISCHER PERSPEKTIVE
Eva Baumann (Stuttgart/Berlin)

Das Medium Video wird vielfältig interdisziplinär genutzt, in der Bildenden
Kunst sowie im Performancebereich aber auch in Tanz- und
Multimediaproduktionen.
Die Rolle, die es dabei spielt hat viele Facetten,seine visuelle Kraft kann
auf unterschiedlichen Ebenen weiterverarbeitet werden.
Eva Baumann wird in diesem Workshop eine Einführung geben, wie Video im
Tanzbereich eingesetzt wird und welche Tools nützlich sein können um damit
zu arbeiten. Sie will aufzeigen,wie sie Video in ihre eigene choreografische
Arbeit integriert – u. a. anhand des Beispiels ihrer aktuellen Produktion
solitaire.
Der Workshop bietet den Teilnehmern die Gelegenheit ein eigenes Kurzkonzept
in die Praxis umzusetzen. Wenn möglich, bitte eigene Kamera und Laptop
mitbringen.
Eva Baumann ist in Stuttgart aufgewachsen und studierte Klassischen und
Zeitgenössischen Tanz an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in
Frankfurt am Main und Choreografie an der Rotterdamse Dansacademie. Fast
zehn Jahre lebte sie in denNiederlanden und arbeitete dort sowie in
benachbarten europäischen Ländern mit internationalen Choreografen. Sie
gastierte europaweit auf verschiedenen Festivals und zeigte ihre eigenen
Produktionen u.a. in den Niederlanden, Belgien, Litauen und Deutschland.
Seit 2010 lebt sie wieder in Deutschland. solitaire ist ihre erste
Stuttgarter Produktion und wurde für den baden-württembergischen Tanz- und
Theaterpreis 2013 nominiert.
http://www.evabaumann.blogspot.com
http://www.vimeo.com/evabaumann

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WORKSHOP 6: EXPERIMENTELLE MUSIKPRODUKTION
Hans-Joachim Irmler (Scheer) / FM Einheit (Berlin)
(nur Sonntag 31.03.13, Beginn 11 Uhr)

Die Musiker Hans-Joachim Irmler und FM Einheit haben den Sound des späten
20. Jahrhunderts maßgeblich mitgestaltet –Hans-Joachim Irmler als Keyboarder
des Klangforscher-Kollektivs faust und FM Einheit als ‚Metall-Arbeiter‘ der
Berliner Experimental Noise-Band Einstürzende Neubauten. Seit 2009 basteln
die beiden an Sound-Reisen ins 21.Jahrhundert – im Klangbad-Studio in Scheer
und auf Konzert-Abenden mit weitgehend improvisierter Musik.
Beide Musiker stellen sich, ihre musikalische Geschichte und ihr aktuelles
Schaffen vor.Anhand von Sound-Beispielen erörtern sie ihre Arbeit, die sich
im Spannungsfeld zwischen künstlerischem Selbstbewusstsein und
gesellschaftlichen Traditionen/Gewohnheiten materialisiert. Gefragt wird
dabei auch nach den Begrenzungen des eigenen Schaffens durch äußere
Vorgaben: Medien/Publikum/Konzert-Situation. Beide Künstler sehen ihre
musikalischen Erkundungen und Experimente immer auch in einem
dramaturgischen Zusammenhang – konkret die Dialektik zwischen Struktur und
Improvisation. Der Vergleich der Medien Musik und Film bietet sich hier an,
und im Fall von FM Einheit auch der Vergleich mit dem Theater. Dabei soll
das Problem ausgelotet werden, was es heute in der aktuellen Musik bedarf,
wenn sie für sich und mit sich allein gewünschte Effekte erzielen will.
Daneben wird die Frage angeschnitten, was will und kann Klang-Forschung im
Sinne von Hans-Joachim Irmler und FM Einheit noch im Zeitalter von Muzak und
ausufernder elektronischer Sound-Produktion.
Fragen sind erwünscht!


WORKSHOPINFORMATION

Teilnahme nur mit verbindlicher Anmeldung möglich!

Kosten:
zweitägiger Workshop
(ca. 6 h pro Tag): 60,- Euro pro Person

eintägiger Workshop:
30,- Euro pro Person

Studierende der FKBW, der Merz Akademie
Stuttgart, der HBK Braunschweig, der
University of Toronto und der Kunstschule
Wien können gebührenfrei an den Workshops
teilnehmen.

Alumnis FKBW und Merz Akademie:
30,- Euro (zweitägig) / 15,- Euro (eintägig)

Maximale Teilnehmerzahl:
12 Personen pro Workshop

Anmeldung über:

Oder über das Sekretariat der FKBW FKN:
Montag bis Freitag, 9 bis 12 Uhr
Telefon 07022-533 00














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