Von Manfred Unterweger am 23. August 2010 um 17:11

...Werkzyklus 2009/2010...

'Lärmsauger, Lärm ist Gestank im Ohr oder O Herr, gib mir Ohrenlider'

laden wir herzlich ein am

Freitag, den 03. September 2010 ab 20 Uhr

Zero Arts e.V.
Ostendstraße 16
70190 Stuttgart

Weitere Infos unter:

http://www.zeroarts.de

Sonstige Öffnungszeiten während der Ausstellungen: Do. u. Fr. 17 – 20
Uhr

Zur Ausstellung ‘Lärmsauger, Lärm ist Gestank im Ohr oder O Herr, gib
mir Ohrenlider’ von Marquardtharald:

In seinem neuesten Werkzyklus, der erstmalig bei Zero Arts zu sehen
ist, setzt sich der Stuttgarter Künstler Marquardtharald auf sehr
eindrucksvolle, ungewöhnliche und ästhetische Art und Weise mit dem
Thema Lärm auseinander.

Wir alle sind täglich von Geräuschen umgeben, die wir als Lärm
wahrnehmen. Lärm von Baustellen. Lärm in der Stadt, auf den Straßen.
Lärm von den Nachbarn. Lärm im eigenen Haus. Vor dem Lärm suchen wir
Zuflucht. In der Stille, die uns ein beruhigender Pol im lärmenden,
oft hektischen Alltag ist. Lärm unterbricht unsere gedankliche Ruhe.
Lärm ist ein Zivilisationsproblem geworden.

In seinem Werkzyklus ‚Lärmsauger, Lärm ist Gestank im Ohr oder O Herr,
gib mir Ohrenlider’ versucht Marquardtharald mit seinen Objekten,
Fotomontagen, Zeichnungen und Multiplen darauf aufmerksam zu machen,
zu sensibilisieren.

Die Grundidee, sozusagen die Initialzündung zu diesem Werkzyklus
verdanken wir seinem Nachbarn. Es war irgendwann im letzten Herbst.
Die Blätter fielen lautlos von den Bäumen. Und was macht sein Nachbar?
Er benützt ein motorbetriebenes Gerät, um das Laub auf seinem
Grundstück zu beseitigen. Er nimmt also seinen knatternden,
dröhnenden Laubbläser zur Hand und verursacht Lärm. Daraufhin
entstand Marquardtharalds Vision des Lärmsaugers als Gegenmittel:
Diese Lärmsauger fliegen lautlos über der Stadt, saugen den
entstehenden Lärm zeitgleich ab und verwandeln ihn in Stille.

In der heutigen Zeit, in der wir dem Lärm nicht entkommen können,
werden die Momente der Stille immer kostbarer. Falls wir es in Zukunft
nicht schaffen den Lärm einzudämmen, könnte uns vielleicht irgendwann
einmal die Evolution zu Hilfe kommen. Dem Menschen werden Ohrenlider
wachsen. Kleine Ansätze sind ja bereits zu sehen. Dann können wir, wie
in einem von Marquardtharalds Objekten, unsere Ohren einfach
schließen, wenn wir nichts mehr hören wollen.

Marquardtharalds Arbeiten zu diesem Thema strahlen Ruhe aus, sie sind
leise. In der ersten Werkphase entstanden meist seine Zeichnungen,
danach fertigte er – zur Verdeutlichung – die dazugehörigen Objekte
an. Um die Aussage und Eindringlichkeit zu unterstreichen finden dabei
stets sinnfällige Materialien Verwendung, zum Beispiel ein
saugfähiges Schwammgummi. Leichte transparente Behälter wie bei seinen
Lärmsaugern verdeutlichen die Stille, die Ruhe. Als Grenzwert der
Stille verwendet Marquardtharald oft auch das Symbol der Pflanze, der
Blume.

Als Rückzugsmöglichkeit hat Marquardtharald die Vision eines
‚Kopfhauses’ geschaffen, abgeschirmt von jeglichem Lärm der Umgebung.
Denn ‚in sich gehen’ und Ruhe finden beginnt im Kopf.

(+i)






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